Wer seine Eigentumswohnung oder sein Einfamilienhaus privat und ohne Makler selber verkaufen will, sollte die Risiken und Kosten kennen um hohe Verluste zu vermeiden. Es gibt aber auch Chancen und Vorteile.

Einfamilienhaus oder Eigentumswohnung selber ohne Makler verkaufen

Wer nicht im Immobilienbereich tätig ist und seine Immobilie selber verkaufen will, sollte sich den Risiken eines privaten Verkaufs ohne Makler bewusst sein.

Es gibt kritische Punkte im Prozess, die sehr hohe Verluste verursachen können.

Es gibt aber auch Chancen und Vorteile eines privaten Immobilienverkaufs ohne Makler, falls Sie den Verkaufsprozess geschickt strukturieren.

Erfahren Sie hier welche kritischen Punkte unbedingt genauer geprüft werden sollten und wie Sie mit einer professionellen Beratung Risiken deutlich minimieren und Chancen nutzen können.

In diesem Beitrag erhalten Sie wichtige Tipps zum privaten Verkauf eines Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung.

Falls Sie sich umfassend Informieren wollen, empfehlen wir Ihnen den Ratgeber Immobilienverkauf mit einer umfassenden Schritt-für-Schritt Anleitung und zahlreichen Hilfsmitteln.

Was ist beim privaten Immobilienverkauf ohne Makler zu beachten?

Der Verkauf einer Eigentumswohnung und eines Einfamilienhauses tangiert sehr viele Bereiche.

Eine selbstbewohnte Immobilie ist ein Konsumgut und dementsprechend auch mit vielen Emotionen verbunden.

Aus diesem Grund ist eine professionelle Vermarktung der Immobilie in Text und Bild sehr wichtig.

Andererseits geht es beim privaten Immobilienverkauf aber auch um sehr viel Geld.

Darum spielen verhandlungstechnische Aspekte wie ein Bieterprozess sowie rechtliche Aspekte wie der Kaufvertrag eine zentrale Rolle.

Immobilie mit Makler oder ohne Makler selber verkaufen?

Wenn Sie Ihre Wohnung oder Ihr Haus privat selber verkaufen wollen, sollten Sie den Ablauf eines Immobilienverkaufs gut kennen und vor allem erkennen bei welchem dieser Schritte besondere Vorsicht geboten ist.

Der Makler nimmt Ihnen vor allem die Vermarktung und Organisation des Verkaufs ab.

Er sollte über regionale Marktkenntnisse verfügen und ein Netzwerk von potenziellen Käufern vorweisen können.

Ein Makler ist aber nicht zwingend ein guter Immobilienschätzer und schon gar kein Jurist, der Kaufverträge prüfen kann.

Oft verfügen Makler nicht über eine geeignete Ausbildung und lassen Ihre Immobilie extern schätzen oder verwenden dazu die Online Bewertung von WüestPartner oder IAZI.

Auch die Prüfung eines Kaufvertrags wird Ihr Makler nicht übernehmen (sollte er zumindest nicht).

Ein Immobilienmakler ist kein Rechtsanwalt und sollte in keinem Fall eine Rechtsberatung anbieten.

Und diese beiden Punkte (die Bewertung der Immobilien und der Kaufvertrag) gehören zu den wichtigsten überhaupt.

Warum gibt es Makler?

Ein professioneller Makler bietet ein «rundumsorglos Paket». Er koordiniert, organisiert und berät seine Kunden hinsichtlich dem Verkauf einer Immobilie.

Professionelle Makler sind im Grund genommen Immobilienberater und -vermarkter.

Sie kennen den Verkaufsprozess, weisen den Verkäufer auf Risiken hin und zeigen auf, wie diese Risiken minimiert werden können.

Er betreut aber auch die potenziellen Käufer und bietet den Käufern ein «rundumsorglos Paket» und schafft damit Vertrauen zwischen den beiden Parteien.

Ein Makler ist also das Bindeglied zwischen Verkäufer und Käufer und sollte dabei stets die Interessen des Immobilienverkäufers vertreten.

Ein professioneller Makler vermarktet die Immobilie so gut wie möglich, führt Preisverhandlungen und stellt dadurch sicher, dass der Verkäufer den besten Preis erzielt.

Wie erwähnt ist eine selbstbewohnte Immobilie ein Konsumgut und kein Investitionsgut.

Daher spielen auch bei der Preisfestsetzung Emotionen eine wichtige Rolle und daher ist eine professionelle Vermarktung einer selbstgenutzten Immobilie auch so wichtig.

Ein professioneller Makler bietet also einen echten Mehrwert, indem er Ihnen als Verkäufer viel Zeit spart und indem er mit seinem Wissen über die Vermarktung und Verhandlungsführung einen besseren Preis erzielt.

Ein professioneller Makler wird auch ein entsprechendes Honorar für seine Dienstleistungen verlangen.

Jedoch können Sie in der Regel davon ausgehen, dass der Makler dieses Honorar (egal ob 3 oder 4% des Verkaufspreises) durch seine Dienstleistung kompensiert wird.

Durch eine professionelle Vermarktung und geschickte Verhandlungsführung wird ein professioneller Makler für Sie weit mehr als das erwähnte Honorar herausholen.

Auf jeden Fall sollte es so sein.

Leider sind Immobilienmakler in der Schweiz jedoch oft schlecht ausgebildet (oder gar nicht) und verfolgen nur das Ziel möglichst rasch die Provision ein zu kassieren.

Entscheidend ist die Kompetenz des Maklers, nicht die Provision

Oft versuchen Verkäufer das Honorar herunter zu handeln. Da viele Verkäufer der Meinung sind, dass das Honorar viel zu hoch sei.

Es ist jedoch so, dass ein professionell geführter Verkaufsprozess sehr aufwendig ist.

Zudem geht es um sehr viel Geld.

Ein professioneller Makler kostet Sie rund 3-4% des Verkaufspreises und das nur bei einem erfolgreichen Verkauf.

Er erzielt jedoch unter Umständen einen 10-15% höheren Verkaufspreis.

Das bedeutet, dass Sie bei einem Verkaufspreis von CHF 800’000 einem Mehrwert von bis zu CHF 80’000 erhalten sollten.

Zudem gibt es verschiedene Provisionsmodelle und Möglichkeiten um sicherzustellen, dass der Makler wirklich nur für den Mehrwert den er bringt bezahlt wird.

Der Makler sollte genügend Zeit haben, insbesondere für die Betreuung der Käufer.

Denn wenn diesen keinen guten Service erhalten, fehlt das Vertrauen und potenzielle Käufer sehen vom Kauf ab.

Je weniger potenzielle Käufer am Prozess teilnehmen umso kleiner sind die Chancen einen guten Preis zu erzielen.

Falls Sie Ihre Immobilie mit einem Makler verkaufen wollen, sollten Sie nicht nur die Provision der jeweiligen Makler vergleichen, sondern deren Kompetenzen und Referenzen.

Wie kann ich mein Haus oder meine Wohnung ohne Makler selbst verkaufen?

Ein Immobilienverkauf umfasst eine Vielzahl an Tätigkeiten und durchläuft mehrere Teilschritte.

Jeder Teilschritt ist mehr oder weniger anspruchsvoll und setzt mehr oder weniger Know-how voraus.

Immobilien privat verkaufen ohne Makler Vorgehen

Grundsätzlich lässt sich ein Immobilienverkauf in drei Schritte mit mehreren Teilschritten zusammenfassen.

Vorbereitung

  • Unterlagen organisieren und aufbereiten
  • Liegenschaft bewerten
  • Zielverkaufspreises definieren
  • Verkaufspräsentation erstellen

Vermarktung

  • Inserate veröffentlichen
  • Anfragen entgegennehmen und beantworten
  • Besichtigungen durchführen
  • Angebote entgegennehmen und prüfen

Verkauf

  • Reservationsvereinbarung unterzeichnen
  • Kaufvertrag bestellen und prüfen
  • Beurkundung und Eigentumsübertragung organisieren

Jeder dieser Teilschritte ist wiederum mit verschiedenen Tätigkeiten verbunden.

Zu den Unterlagen beispielsweise gehören auch ansprechende Fotos und zu den Angeboten gehören auch jeweils Finanzierungsnachweise einer Schweizer Bank.

Für den erfolgreichen Verkauf einer Immobilie sind alle Punkte relevant und es können sich fast überall teilweise schwerwiegende Fehler einschleichen.

Aber auch ein Makler ist nicht in allen Bereichen ein Profi:

Ein Immobilienverkauf ist ein Prozess von mehr oder weniger komplexen Teilschritten. Ein Makler koordiniert diese Teilschritte. Und Sie können das auch.

Die Frage lautet also:

Welche Teilschritte kann ich selber übernehmen?

Für welche Teilschritte benötige ich Unterstützung von einem Spezialisten?

Um diese Fragen zu beantworten ist es wichtig, die entscheidenden Teilschritte eines Immobilienverkaufs genauer zu analysieren.

Dazu priorisieren und ergänzen wir die Teilschritte mit den jeweiligen Themenbereichen und Spezialisten.

Vorbereitung

Vermarktung

Verkauf

Viele Teilschritte können Sie selber durchführen. Für andere sollten Spezialisten hinzugezogen werden.

Es ist also möglich den Verkauf einer Immobilie erfolgreich selber durchzuführen.

Mit dem hinzuziehen von Spezialisten, kann die Qualität der Tätigkeiten sogar verbessert werden.

Der zeitliche Aufwand ist jedoch nicht zu unterschätzen.

Zudem gibt es in der praktischen Umsetzung viele herausfordernde Situationen, die Sie nur mit Verhandlungsgeschick und Insiderwissen erfolgreich meistern können.

Unser Ratgeber bieten Ihnen das nötige Insiderwissen, damit geht beim Verkauf nichts schief.

Falls Sie im Prozess nicht weiterkommen, können Sie natürlich jederzeit den Verkauf unterbrechen und auch später noch einen Makler konsultieren.

Falls Sie gleich loslegen möchten, starten Sie am besten mit der Organisation der Unterlagen.

Sie erhalten dazu eine kostenlosen Checkliste, die Sie am Ende dieses Artikels herunterladen können.

Kosten und Risiken beim privaten Immobilienverkauf ohne Makler

Das grösste Risiko bei einem Immobilienverkauf sind natürlich Verluste oder entgangene Gewinne beim Verkauf Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses.

Daher sollte der Zielverkaufspreis mit Vorsicht definiert werden.

Zudem sollte der Verkaufsprozess sauber strukturiert und die Vermarktung professionell durchgeführt werden.

Wenn Sie 10% unter Ihrem Zielverkaufspreis verkaufen, verlieren Sie in der Regel mehrere zehntausend Franken.

Das sollten Sie unbedingt vermeiden.

Aus diesen Grund ist es wichtig eine professionelle Schätzung durchführen zu lassen und auch bei der Vermarktung keine Kosten zu scheuen.

Der Kauf einer Immobilie ist ein sehr emotionales Ereignis.

Aus diesem Grund wird auch emotional und nicht nur rational entschieden.

  • Wo ist die Schule?
  • Wie gefährlich ist der Schulweg?
  • Kann ich meine Geranien auf dem Balkon befestigen?
  • Kann ich in der Immobilie wohnen, wenn ich alt bin?
  • Wo kann ich meinen geliebten Oldtimer polieren?

Diese Fragen mögen trivial erscheinen, sind aber am Ende entscheidend.

Bei der Vermarktung ist es also sehr wichtig Fragen zu klären und seine Immobilie im besten Licht darzustellen (ohne dabei die Wahrheit zu verschweigen).

Aus diesen Gründen sollten Sie ein paar hundert Franken für die Bewertung und einen professionellen Fotografen nicht scheuen.

Welche Kosten kommen beim privaten Immobilienverkauf ohne Makler auf mich zu?

Wenn Sie Ihre Eigentumswohnung oder Ihr Einfamilienhaus privat ohne Makler selber verkaufen, müssen Sie mit folgenden Kosten rechnen:

  • Bewertung: ca. CHF 500-1’000
    (hedonistisch von einem unabhängigen Berater)
  • Fotograf: ca. CHF 800
    (für professionelle Fotos inkl. Drohnenaufnahmen)
  • Texter: ca. CHF 200
    (optional – für professionelle Marketingtexte)
  • Designer: ca. CHF 1’500
    (optional – für das Layout der Verkaufspräsentation)

Zusätzlich sollten Sie Gebühren und Steuern prüfen und berücksichtigen:

  • Notariatsgebühren
  • Grundbuchgebühren
  • Grundstückgewinnsteuern
  • Handänderungssteuern
  • Ausstiegsentschädigungen bei Hypotheken
Immobilie verkaufen Kosten für Verkäufer

Mehr zu den Kosten und Gebühren bei einem Haus- oder Wohnungsverkauf erfahren Sie in unserem Ratgeber Immobilienverkauf.

Ablauf Immobilienverkauf: Tipps zum privaten Verkauf ohne Makler

Der Ablauf eines Immobilienverkaufs ist stark von der Nachfrage abhängig.

Falls die Nachfrage sehr hoch ist, sollten Sie die Interessenten bereits vor der Besichtigung auf ihre Bonität prüfen und das Bieterverfahren strukturieren.

Bei einer eher geringen Nachfrage müssen Sie sich alternative Vermarktungsmassnahmen überlegen und geduldig sein.

Der Ablauf beim Immobilienverkauf lässt sich grundsätzlich in drei Phasen unterteilen und wie folgt strukturieren:

Phase 1: Die Vorbereitung

In der Vorbereitung geht es darum sämtliche für die Vermarktung und den Verkauf benötigten Unterlagen zu organisieren und bereit zu stellen.

Es ist sehr wichtig, dass Sie nach Erhalt der Angebote rasch den Abschluss suchen (sofern der Preis stimmt), damit es sich der Verkäufer nicht anders überlegt oder die Nerven verliert.

Wenn Sie in dieser Phase noch einen Grundbuchauszug bestellen müssen (dauert bis zu 14 Tagen) verlieren Sie unter Umständen einen Interessenten, da er eine Alternative auf dem Tisch hat und er sich dann doch für ein anderes Objekt entscheiden hat.

Die Phase der Vorbereitung ist also wichtig im Hinblick auf die anderen beiden Phasen und lässt sich wie folgt strukturieren:

  • Unterlagen organisieren und aufbereiten
  • Liegenschaft bewerten
  • Zielverkaufspreises definieren
  • Verkaufspräsentation erstellen

Nach der ersten Phase sollten Sie also alle Unterlagen sauber geordnet (elektronisch), einen Zielverkaufspreis (Mindestverkaufspreis) definiert und eine ansprechende Verkaufspräsentation erstellt haben.

Phase 2: Die Vermarktung

Erst in der Phase der Vermarktung werden Sie erkennen wie hoch die Nachfrage nach Ihrem Objekt ist.

Und entsprechend der Nachfrage, können Sie den Verkaufsprozess strukturieren.

Ein strukturierter Verkaufsprozess ist zur Erreichung des besten Preises ein entscheidender Vorgang.

  • Was machen Sie, wenn Sie ein Angebot erhalten das Ihrem Zielverkaufspreis entspricht?
  • Warten bis ein zweites, höheres kommt?
  • Was passiert in den Wochen in denen Sie warten?

Jeder Interessent hat Alternativen und kann und will nicht lange warten.

Daher ist es äusserst wichtig, die erhaltenen Angebote zu sichern.

In der 2. Phase des privaten Immobilienverkaufs ohne Makler werden folgende Tätigkeiten durchgeführt:

  • Inserate veröffentlichen
  • Anfragen entgegennehmen und beantworten
  • Besichtigungen durchführen
  • Angebote entgegennehmen und prüfen

Nach der zweiten Phase sind Sie mit Interessenten in Kontakt getreten und haben Besichtigungen durchgeführt.

Sie haben zudem mindestens ein Angebot mit Finanzierungsnachweis erhalten.

Phase 3: Der Verkauf

Sobald Sie sich für den bestbietenden Interessenten entschieden haben (oder den Interessenten, dem Sie Ihre Immobilien verkaufen wollen), sollte rasch der Abschluss gesucht werden.

Ein Immobilienkauf ist sehr emotional, ein Käufer ist angespannt und unsicher ob alles klappt, ob die Finanzierung gesichert ist, ob er den Zuschlag erhält.

Es geht immerhin um seine Zukunft an einem neuen Ort.

Daher sollte in dieser Phase rasch der Abschluss gesucht werden und Unsicherheiten vermieden werden.

In der dritten Phase des privaten Immobilienverkaufs werden in der Regel folgende Punkte durchgeführt:

  • Reservationsvereinbarung unterzeichnen
  • Kaufvertrag bestellen und prüfen
  • Beurkundung und Eigentumsübertragung organisieren

Nach der dritten Phase haben Sie den Verkauf realisiert.

Eines sollten Sie unbedingt wissen: Nach der Beurkundung gibt es kein zurück.

Sie sollten also vorher alle Unsicherheiten aus dem Weg räumen, wie Höhe der Grundstückgewinnsteuern, Handänderungssteuern, Auflösung der Hypothek etc.

Falls Sie vor der Beurkundung unsicher werden, verschieben Sie diese oder brechen Sie den Verkauf einfach ab.

Die Entscheidung liegt immer bei Ihnen.

Lassen Sie sich nie zu etwas drängen.

Falls Sie mehr zum Prozess erfahren wollen, empfehlen wir Ihnen den Ratgeber Immobilienverkauf.

Sie erhalten wertvolles Wissen, das Sie in keinem anderen Ratgeber finden.

So vermeiden Sie teure Fehler und verkaufen Ihre Immobilie sicher. Mit dem Ratgeber privater Immobilienverkauf gelingt Ihnen das garantiert.

Checkliste: Welche Unterlagen benötige ich beim privaten Immobilienverkauf ohne Makler?

Je nach Immobilienart oder -nutzung werden verschiedene Unterlagen verwendet.

Immobilie privat verkaufen Unterlagen

Vorab möchte ich erwähnten, dass Sie mit dem Herausgeben von Unterlagen vorsichtig sein sollten, da diese persönliche Informationen enthalten könnten.

Nicht alle Unterlagen werden zur selben Zeit im Prozess verwendet.

Einige Unterlagen werden zur Bewertung und Erstellung der Präsentation verwendet, andere zur Prüfung der Finanzierung für den Käufer und wiederum weitere für den Notartermin.

Für einen Immobilienverkauf werden grundsätzlich folgende Unterlagen benötigt:

  • Grundbuchauszug
  • Privatrechtliche Vereinbarungen
  • Katasterplan (online erhältlich)
  • Altlastenkataster (online erhältlich)
  • Pläne (Grundrisse, Schnitte, Fassaden)
  • Gebäudeversicherungspolice
  • Sicherheitsnachweis über Niederspannungsinstallation
  • Gemeindeplan/Situationsplan
  • Fotos
  • Baubeschrieb (sofern vorhanden)

Diese Dokumente werden beim Verkauf einer Wohnung von Stockwerkeigentum zusätzlich benötigt:

  • Begründung Stockwerkeigentum inkl. Begründungspläne
  • Reglemente, Nutzungs- und Verwaltungsordnung
  • Protokoll der letzten Stockwerkeigentümerversammlung
  • Nebenkostenabrechnung
  • Angaben zu Erneuerungsfonds

Diese Dokumente werden beim Verkauf einer vermieteten Liegenschaft zusätzlich benötigt:

  • Mieterspiegel
  • Kopie(n) Mietverträge

Sie benötigen diese Unterlagen bereits früh im Prozess zum Beispiel für die Bewertung Ihrer Immobilie.

Je nach Immobilienart können weitere Informationen benötigt werden.

Sie sollten diese Dokumente nie einfach so ins Internet stellen oder unbekannten Interessenten zustellen – dafür erstellen Sie eine Verkaufspräsentation.

Später, nach einer Besichtigung und Interessensbekundung durch den Interessenten, müssen Sie natürlich gewisse Informationen aushändigen, da der Interessent diese für die Prüfung der Finanzierung bei der Bank benötigt.

Ein Teil der Unterlagen, wie zum Beispiel die Grundrisspläne (im Original) oder privatrechtliche Vereinbarungen (z.B. Abmachungen mit Nachbarn) werden nach der Beurkundung dem Käufer überreicht.

Immobilie privat inserieren: Darauf sollten Sie achten

Bei Inseraten im Internet sind die Fotos ein zentraler Faktor für die Vermarktung.

Natürlich kaufen Interessenten Ihre Immobilie nicht aufgrund der Fotos.

Es ist aber durchaus möglich, dass ein Interessent aufgrund der Fotos eine falsche Vorstellung Ihrer Immobilie erhält und das Inserat nicht weiterverfolgt.

Wenn Sie nicht Profi- oder Hobby-Fotograf sind würde ich Ihnen empfehlen einen Fotografen zu engagieren, der sich in der Immobilienfotografie gut auskennt.

Ratgeber Eigentumswohnung verkaufen was ist zu beachten

Am besten lassen Sie auch Fotos mit einer Drohne oder einem Hochstativ erstellen.

Passen Sie auf, dass der Fotograf keine Wertgegenstände und persönliche Informationen fotografiert.

Bei den Texten ist es wichtig die Immobilie in ein gutes Licht zu rücken, ohne dabei die Wahrheit zu verschweigen.

Informieren Sie möglichst umfassend und erwähnen Sie auch die wichtigsten Hinweise zur näheren und weiteren Umgebung.

Am besten schreiben Sie nicht zu konkret für eine Zielgruppe. Sie könnten dadurch andere Interessenten abschrecken.

Seien Sie beim inserieren besonders vorsichtig mit persönlichen Informationen und geben Sie unbedingt ein weiteres Vorgehen an.

Sie können auch erwähnen, dass eigenmächtige Besichtigungen vor Ort unerwünscht sind.

Wenn Sie Ihre Immobilie privat inserieren, werden Sie sehr schnell die ersten Anfragen von Immobilienmaklern erhalten. Jeder will es besser machen und Ihnen ein Mandat anbieten.

Gehen Sie nicht darauf ein. Wenn der Verkauf nicht gelingt, können Sie später immer noch einen Makler beauftragen.

Passen Sie insbesondere vor Betrügern auf!

Davon gibt es genügend und diese suchen Private aktiv. Insbesondere vor sogenannte Rip-Deals, sollten Sie sich in Acht nehmen.

Gehen Sie auf zu verlockende Angebote, insbesondere Angebote aus dem Ausland nicht ein.

Gehen Sie nie an Treffen im Ausland und lassen Sie sich nicht unter Druck setzten oder einschüchtern.

Es gibt auch in der Schweiz Betrügen, die sich als Experten ausgeben. Seien Sie also immer vorsichtig und auf der Hut.

Bieterverfahren beim Immobilienverkauf ohne Makler: So erzielen Sie den besten Preis

Stellen Sie sich vor, dass Sie die Vermarktung erst gerade gestartet haben und schon haben einen Interessenten für Ihr Haus oder Ihre Eigentumswohnung.

Der Interessent möchte sofort zum ausgeschriebene Preis kaufen.

  • Evtl. möchten Sie aber noch warten?
  • Evtl. gibt es bald weitere Interessenten, die einen noch besseren Preis bezahlen?

Wie können Sie also sicherstellen, dass Sie den besten Preis erzielen, ohne die Interessenten zu verärgern bzw. ohne dass ein Interessent plötzlich wieder abspringt?

Zeitplan für den Verkauf definieren und kommunizieren

Mit einem vordefinierten Zeitplan, können Sie Interessenten besser führen und den besten Preis sicher.

Dabei geht es darum, bereits vor der Vermarktung die wichtigsten Meilensteine zu definieren und allen Interessenten zu kommunizieren.

Dies gibt Ihnen die Sicherheit, dass Sie alle Angebote zu selben Zeit erhalten und dann entscheiden können und es gibt den Interessenten die Sicherheit, dass alle Interessenten die gleichen Chancen erhalten.

Dies ist ein sehr heikler Teil des Immobilienverkaufs, da Sie ja nicht wissen, wie viele Interessenten Sie effektiv am Ende der angebotenen Frist für die Einreichung eines Angebots haben.

Es ist aber hinsichtlich der Verhandlungsführung sehr wichtig einen genauen Zeitplan zu definieren.

Falls Sie am Ende nicht den gewünschten Preis erzielen, starten Sie den Prozess später einfach neu.

Ein- und Zweistufiges Bieterverfahren

Bei Bieterverfahren geht es nicht nur darum den besten Preis zu erzielen, es geht auch darum den Verkauf zu sichern und allen Interessenten die gleiche Chance zu bieten.

Zudem erhalten Sie als Verkäufer damit alle Angebote zur selben Zeit, können einfach vergleichen und eine rationale Entscheidung treffen. Dieses Verfahren bringt also Ruhe in den Verkaufsprozess.

Für ein Bieterverfahren bieten sich grundsätzlich folgende Varianten an.

Einstufiges Bieterverfahren:

Bei einem einstufigen Bieterverfahren, haben alle Interessenten die Möglichkeit ein Angebot einzureichen.

Danach wird die Immobilien an den meistbietenden Interessenten verkauft.

Mit jedem Angebot sollte unbedingt ein Finanzierungsnachweis verlangt werden.

Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich kurz vor der Übertragung herausstellt, dass sich ein Interessent die Liegenschaft bzw. die Hypothek gar nicht leisten kann.

Zweistufiges Bieterverfahren:

Bei einem zweistufigen Bieterverfahren wird der Verkaufsprozess in zwei Stufen unterteilt.

Dies ist sinnvoll, wenn sich viele Interessenten melden.

Dann ist es beispielsweise möglich bereits vor einer Besichtigung ein erstes Angebot einzuholen und nur mit ernsthaften Interessenten anschliessend Besichtigungen durchzuführen.

Zudem kann mit einer zweiten Angebotsrunde der Preis erneut angepasst werden.

Die Interessenten erhalten Zeit (zwischen dem ersten und zweiten Angebot) die Finanzierung zu prüfen und ein maximales Gebot abzugeben.

Mehr Informationen zu den beiden Verkaufsprozesses inkl. zahlreiche Vorlagen erhalten Sie im Ratgeber Immobilienverkauf.

Reservationsvertrag: So sichern Sie sich beim Verkauf ohne Makler Angebote

Mit einer Reservationsvereinbarung können Sie Angebote sichern.

Ein Grundstückverkauf muss öffentlich beurkundet werden um seine Gültigkeit zu erlangen.

Ein Reservationsvertrag ist daher rechtlich nicht bindend, falls er nicht notariell beurkundet wurde.

Dennoch ist ein Reservationsvertrag eine Möglichkeit eine gewisse Verbindlichkeit zu schaffen.

Mit einem Reservationsvertrag wird in der Regel eine Reservationszahlung in der Höhe von CHF 10’000 fällig.

Dieser Betrag wird dem Kaufpreis angerechnet, sofern der Verkauf zustande kommt.

Falls der Käufer einen Rückzieher macht, können Sie den effektiven Aufwand für die Verkaufsvorbereitungen (Bestellung Kaufvertrag, Reuegeld für das Abschalten der Inserate etc.) in Rechnung stellen.

Den gesamten Betrag als Pauschale in Rechnung zu stellen ist hingegen nicht erlaubt.

Mit dem Ratgeber Immobilienverkauf erhalten Sie auch eine Vorlage eines Reservationsvertrags.

Notar und Kaufvertrag: Gewährleistung beim privaten Immobilienverkauf wegbedingen

Als Verkäufer sollten Sie den Kaufvertrag beim Notar oder Grundbuchamt bestellen.

Anschliessend sollte der Kaufvertrag genau geprüft und unter Umständen angepasst dem Käufer zur Prüfung zugestellt werden.

Es ist ratsam den Kaufvertragsentwurf von einem Experten prüfen zu lassen, da dieser den Verkauf besiegelt und somit enorme Tragweite haben kann.

Beim Verkauf einer bestehenden Immobilie sollten Sie insbesondere darauf achten, dass die Gewährleistungen und Garantien wegbedingt werden.

Eine Immobilie wird immer “wie gesehen” verkauft und Sie sollten keine Gewährleistungen geben.

Je nach Immobilienart gibt es ein paar weitere wichtige Punkte wie zum Beispiel das Inventar oder bei einer vermieteten Immobilie die Mietverträge bzw. die Abgrenzung der Erträge, die geregelt werden müssen

Steuern und Hypotheken: Vorsicht beim Immobilienverkauf ohne Makler

Beachten Sie bei einem Verkauf auch immer die Kosten für eine allfällige Vorfälligkeitsentschädigung bei Hypotheken und die Höhe der Grundstückgewinnsteuern.

Eine Vorfälligkeitsentschädigung muss dann geleistet werden, wenn Sie eine Hypothek (vor allem bei langfristigen Festhypotheken) vorzeitig auflösen.

Dies kann sehr teuer sein und sollte von der Bank vorausberechnet werden, damit Sie diese Kosten einkalkulieren können.

Auch die Höhe der Grundstückgewinnsteuer sollte bei der Finanzplanung nach dem Verkauf einkalkuliert werden.

Eine Grundstückgewinnsteuer ist grundsätzlich nichts negativen, da Sie ja Ihre Immobilie in dem Fall mit einem Gewinn verkaufen.

Da diese jedoch je nach Kanton sehr hoch sein kann, sollten Sie diese vorausberechnen lassen, damit es später zu keinen negativen Überraschungen kommt.

Die provisorische Grundstückgewinnsteuer können Sie vom Steueramt im voraus berechnen lassen.

Wollen Sie mehr zum privaten Immobilienverkauf, ohne Makler erfahren?

Falls Sie sich vor einem Immobilienverkauf umfassend informieren wollen, um keine Fehlentscheidungen zu fällen oder falls Sie Ihre Immobilie selber privat verkaufen wollen, kaufen Sie einfach unseren Ratgeber Immobilienverkauf.

Der Ratgeber Immobilienverkauf führt Sie Schritt-für-Schritt durch den ganzen Ablauf und ist in dieser praxisorientierten Form nur bei uns erhältlich.

Sie erhalten wertvolles Branchenwissen und Insidertipps, die Sie in keinem anderen Ratgeber finden.

Sie erhalten zahlreiche Merkblätter, Vorlagen und Checklisten – einfach alles, was Sie für den privaten Immobilienverkauf ohne Makler benötigen.

Damit verkaufen Sie Ihre Immobilie erfolgreich selber, ohne Makler, ohne Provision.

Sie vermeiden Fehlentscheide, erreichen den besten Preis und können Ihren erfolgreichen Verkauf stolz mit Ihren Freunden feiern.

Der Ratgeber Immobilienverkauf eignet sich auch wenn Sie Ihre Immobilie über einen Makler verkaufen.

Sie sind damit informiert und können den Makler besser herausfordern und erkennen ob er sein Geschäft versteht.

Quellen und Ressourcen

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